Abt. 423.2

Complete identifier

LASH, Abt. 423.2

Fonds


Identification (short)


Title Title
Evangelische Michaelsbruderschaft

Fonds data


History of creator History of creator
Die Evangelische Michaelsbruderschaft ging 1931 aus der Berneuchener Bewegung hervor. Dieser Gründung ging der Wunsch nach einer liturgischen Erneuerung des Protestantismus sowie nach einer verbindlicheren Organisationstruktur voraus. Die Berneuchener Bewegung wiederum fand ihren Anfang in den frühen 1920er Jahren und war eine Reaktion auf gesellschaftliche, kirchliche und politische Veränderungen nach dem Ersten Weltkrieg. Karl Bernhard Ritter, Ludwig Heitmann und Wilhelm Stählin waren prägende Gründungsmitglieder; auch Wilhelm Thomas, der Sekretär der Berneuchener Bewegung bis 1926, trug zur Arbeit der Berneuchener Bewegung bei. Der Name lässt sich auf den ursprünglichen Tagungsort der Bewegung auf dem Rittergut Berneuchen zurückführen. Gastgeber war der Rittergutsbesitzer Rudolf von Viebahn. Die Anfangsjahre der Berneuchener Bewegung waren von der Planung und Umsetzung des Berneuchener Buches geprägt, welches eine neue Ausrichtung der evangelischen Kirche forcierte.
Karl Bernhard Ritter wurde 1931 der erste Älteste der Evangelischen Michaelsbruderschaft. In den Kriegsjahren 1942 bis 1946 war Wilhelm Stählin der Älteste der Bruderschaft. 1945 trat Ludwig Heitmann nach andauernden Konflikten mit anderen Bruderschaftsmitgliedern aus der Evangelischen Michaelsbruderschaft aus. In den nachfolgenden Jahren wurde die Evangelische Michaelsbruderschaft u. a. von Rudolf Spieker, Erwin Schmidt und Gerhard Hage geleitet. Zwischen den Konventen in West- und Ostdeutschland bestand auch nach der Einrichtung der Deutschen Demokratischen Republik Kontakt und es wurden mehrere Hilfsaktionen durchgeführt und Ost-Patenschaften für die westdeutschen Brüder der Evangelischen Michaelsbruderschaft vergeben.
Die Evangelische Michaelsbruderschaft befasst sich in verschieden Arbeitskreisen (bspw. Theologischer Arbeitskreis, Arbeitskreis für Gegenwartsfragen, Liturgischer Arbeitskreis, Ökumenischer Arbeitskreis) mit unterschiedlichen Facetten des evangelischen Christentums. Es wurde ebenfalls an übergeordneten Projekten wie dem Zweiten Vatikanischen Konzil und der Lutherischen Liturgischen Konferenz Deutschlands mitgewirkt.