Abt. 379
Complete identifier
LASH, Abt. 379
Fonds
Identification (short)
Title
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Landgesellschaft Schleswig-Holstein
Life span
Life span
(1776-) 1874-1999
Fonds data
History of creator
History of creator
Die Schleswig-Holsteinische Höfebank GmbH wurde am 2. August 1913 als gemeinnützige ländliche Siedlungsgesellschaft gegründet, und zwar als Nachfolgerin der Schleswig-Holsteinischen gemeinnützigen Siedlungsgenossenschaft eGmbH, dem ersten ländlichen Siedlungsunternehmen Schleswig-Holsteins. Ihre Entstehung verdankte die Höfebank dem preußischen "Gesetz über Stärkung des Deutschtums in einigen Landesteilen" (Besitzfestigungsgesetz) vom 26. Juni 1912, das der Grenzfestigung diente, in Schleswig-Holstein nur in Nordschleswig galt und für dessen Umsetzung die vorgesehene Siedlungsgenossenschaft die Rechtsform einer gemeinnützigen Gesellschaft mit beschränkter Haftung haben musste. Als Sitz der Höfebank wurde Kiel festgelegt.
Der Zweck der Höfebank war dreierlei: Festigung des ländlichen Grundbesitzes, Vermehrung der Bauernstellen und Gründung von Landarbeiterstellen, immer in Zusammenarbeit mit der staatlichen Landeskulturverwaltung. Hierzu erwarb die Höfebank vorübergehend Grundstücke und Hypotheken, um diese anschließend wirtschaftlich und gewinnbringend weiterzuvermitteln. Die Organe der Höfebank waren die Gesellschafterversammlung, der Aufsichtsrat und die Geschäftsführung.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde am 11. August 1919 das Reichssiedlungsgesetz erlassen, das die Beschaffung von Siedlungsland erleichterte, sodass die Höfebank seitdem auch ihrer Siedlungsaufgabe nachgehen konnte. Nach dem Inkrafttreten des "Gesetzes über die Neubildung des deutschen Bauerntums" vom 14. Juni 1933 wurde die Höfebank durch einen entsprechenden Reichsministererlass zum Ankauf von Gütern für Siedlungszwecke zugelassen. 1936 musste sich das Unternehmen in "Schleswig-Holsteinische Landgesellschaft mbH" umbenennen, da der Begriff "Bank" laut Kreditwesengesetz vom 5. Dezember 1934 nur noch für die eigentlichen Kreditinstitute verwendet werden durfte.
Nach 1945 sollten die vielen Landwirte unter den Flüchtlingen und Heimatvertriebenen rasch wieder in die Landwirtschaft eingegliedert werden. Die Grundlage hierfür wurde mit der sogenannten Bodenreform geschaffen, die nach der Währungsreform 1949 von der Arbeitsgemeinschaft der Großgrundbesitzer und der Landesregierung beschlossen wurde und eine Landabgabe von 30.000 Hektar vorsah. Diese Reform brachte die Siedlungstätigkeit erheblich voran. Ein weiteres Landerwerbsmittel der Landgesellschaft war ihr siedlungsrechtliches Vorkaufsrecht an Gütern, Bauernhöfen und Einzelparzellen. 1952 stellte die Landesregierung der Landgesellschaft außerdem die Domänen Dorotheenthal, Groß-Barkau, Kaltenhof, Mönkhagen und Oestergaard zur Besiedlung zur Verfügung. Das 1953 eingeleitete "Programm Nord" sollte schließlich die landwirtschaftlichen Produktions- und Arbeitsverhältnisse verbessern und dadurch die allgemeine Wirtschaftskraft der Region heben. Zu den Maßnahmen des Programms gehörte insbesondere auch die Flurbereinigung.
Die 1950 gegründete Schleswiger Landsiedlung GmbH in Rendsburg ging bereits 1959 in der Landgesellschaft auf, die 1947 gegründete Ostholsteinische Landsiedlung GmbH in Eutin folgte 1972. Durch Satzungsänderung steckte die Landgesellschaft 1974 ihre Ziele in vier Punkten neu ab: Siedlung einschließlich Eingliederung, Agrarstrukturverbesserung, Landesentwicklung, sonstige gesetzlich zugewiesene Aufgaben. Hinzukommende Schwerpunkte der nachfolgenden Jahre waren bauliche Maßnahmen, Verbesserung der Infrastruktur, Dorferneuerung und Naturschutz. 1996 wurde die Landgesellschaft eigenständiger Teil der Landesentwicklungsgesellschaft (LEG) des Landes Schleswig-Holstein. Seit 2001 wurden die Landesanteile veräußert, was 2003 zur vollständigen Privatisierung der LEG führte. Die Landgesellschaft gehörte seitdem als eigenständige GmbH in der LEG zur Deutsche Grundvermögen AG (DGAG) in Kiel und Hamburg, welche 2007 wiederum an die Pirelli & C. Real Estate Deutschland GmbH kam. Die älteste aktive Landgesellschaft im Bundesgebiet behielt ihren Sitz in Kiel.
Custodial history
Custodial history
Die erste Aktenaussonderung erfolgte 1977 anlässlich des Umzugs der Landgesellschaft innerhalb Kiels in einen Neubau. Weitere Unterlagen wurden nach und nach bis 1988 übernommen.
Includes
Includes
Höfebank: Protokollbände und Akten der Nordschleswigschen Bodenkreditgesellschaft. – Landgesellschaft: Einzelmaßnahmen, vor allem Siedlungs- und Rentengutsverfahren der 1920er- und 1930er-Jahre; Siedlungs- und Flurbereinigungsverfahren der 1950er- bis 1970er-Jahre; Eingliederungsmaßnahmen; 30.000-ha-Programm der 1950er- bis 1970er-Jahre; Geschäftsberichte 1948 bis 1975.
Literature
Literature
75 Jahre Schleswig-Holsteinische Landgesellschaft mbH 1913-1988. Spiegelbild der Agrarstrukturentwicklung. Hrsg. von der Schleswig-Holsteinischen Landgesellschaft. Kiel 1988.
See
Corresponding archival items
Corresponding archival items
Akten von Einzelmaßnahmen sind auch in Abt. 734 vorhanden (siehe Bestandsgruppe "Schleswig-Holsteinische Landesverwaltung seit 1946").
Zugehörige Karten befinden sich in Abt. 402 A 66 (siehe Bestandsgruppe "Karten und Bilder").
Further information (fonds)
Size in m
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Information / Notes
Additional information
Additional information
Zitierweise: Sigle des Landesarchivs, Abteilungsbezeichnung und laufende Nummer, also zum Beispiel LASH Abt. 379 Nr. 1